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Aug 2017

Donnerstag, 31. August 2017:

Seltsam, der GEW-Landesvorsitzende ruft in der Schule an. Er habe eine Anfrage vom Fernsehsender RTL erhalten. Innerhalb des Magazins „RTL aktuell“ wollen diese einen Beitrag zum Thema „Rahmenbedingungen von Bildung“ erstellen, er finde aber keine Schule, die da mitmachen wolle. Ob ich mir das bei uns vorstellen könne, denn, wie er gehört habe, lägen bei uns ja die Rahmenbedingungen durch die lange Wartezeit auf Sanierung und Anbau in einer nicht unwesentlichen Schieflage. Hmm, Fernsehen in der Schule? Und auch noch RTL, ein Sender, der ja von mir beileibe nicht frequentiert wird. Aber warum eigentlich nicht zunächst mal ein Vorgespräch führen? „Gut, dann gebe ich deine Nummer einmal weiter. Der Redakteur wird sich dann bei dir melden.“

Kaum war Zeit vergangen, da klingelte mein Mobiltelefon. Ich hörte mir den Plan des Vorhabens an, Peter Klöppel reist auf dem Motorrad durch die Republik und macht an verschiedenen Stellen Halt, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Bei uns sollte es um Bildung bzw. Bildungsgerechtigkeit gehen. Ich hielt meine Skepsis angesichts des Senders und meine Zweifel, dass sich das Thema in zwei Minuten behandeln lasse, nicht hinter dem Berg. Forderte auch, dass nicht der Schulträger den Schwarzen Peter in die Schuhe bekommen dürfe, denn dieser mühe sich bei uns seit Jahren, die Schule zukunftsfähig zu machen. Das ganze Projekt liege auf einer höheren Entscheidungsebene auf den Schreibtischen. Schule, Träger, Architekten und Struktur- und Genehmigungsbehörde in Neustadt…alle wollen lieber heute als morgen endlich beginnen. Nach der Zusage, das könne genauso gehen, gab ich mein Einverständnis. „Das tust du dir an? Das kann doch nur schlecht ausgehen!“ So lautet die stetige Reaktion, wenn ich nun davon berichte. Auch: „Das ist ganz schön mutig von dir!“ Mutig? Nein, positiv denken, die Richtung mitbestimmen. Wie hörte ich vor Jahren schon mal: „Dank an den Ermöglicher“. So will ich es auch hier halten. Außerdem bekam ich ebenfalls vor Jahren einen eingerahmten Spruch von Robert Browning geschenkt:

„Manche Menschen sehen die Dinge, wie sie sind, und fragen nach dem Warum?

Ich wage, von Dingen zu träumen, die es niemals gab und frage: Warum nicht?“

Also: Warum nicht einen zweiminütigen (!) Beitrag über unsere Bau-Stagnation? Über die Ungeduld aller an unserer Schule Beteiligten? Und wer weiß: Vielleicht, so die nicht auszuschließende Hoffnung in meinem stillen Kämmerlein, erhält gerade unsere Baugeschichte durch solch einen Beitrag einen letztendlichen Impuls, einen Schub, der in Bewegung setzt. Ergo formulierte ich zunächst mal Absprachen. Auf jeden Fall will ich, dass der Schulträger eingeweiht ist. Auch dort eher Skepsis, dann aber die Frage: „Was soll schon passieren? Wir haben uns doch nichts vorzuwerfen.“ Dennoch merke ich langsam, wie diese Aktion sich in meinen Gedanken ausbreitet und wie ich Formulierungen parat lege. Noch aber hefte ich das unter „gesunde Anspannung“ ab.

Am Abend wurde im Schulelternbeirat auch nochmal nach dem Fortschritt der Bauplanung gefragt. Eigene Versuche des Rates, an weitere Informationen zu kommen, fruchteten nicht, denn wir kennen die Schreibtische nicht, auf denen das ganze Projekt zur Bearbeitung, Abstimmung oder Entscheidung liegt. So beschloss der Rat, selbst einen Brief nach Mainz zu formulieren, um auf diesem Weg das seine dazu beizutragen. Eltern sind auch Wähler…

Wir informierten die Elternvertreter zusätzlich über die Neuerungen bei der differenzierten Leistungsmessung. Klassenarbeiten werden ab jetzt nicht mehr auf unterschiedlichem Niveau geschrieben. Wir stellten die verschiedenen möglichen Varianten vor, deren hauptsächliche Neuerung darin besteht, dass jede/r Schüler/-Einblick in die gesamte Arbeit erhält und damit, und erst damit sehen kann, was eigentlich im „oberen“ Bereich gefordert wird. Das klingt zunächst unspektakulär, wird die Fachkonferenzen aber beschäftigen müssen.

 

Dienstag, 29. August 2017:

Der Jugendtreff zieht um! Bereits in der letzten Woche wurde der Billardtisch im alten Treff auseinandergebaut und in Einzelteilen in die Container transportiert, ebenfalls die Werkbank, Tonanlage und Regale etc. Von Containern ist optisch kaum noch etwas festzustellen, heute ist sogar noch mit der Holzverkleidung an den zuvor in tristem grau gestrichenen Containern begonnen worden. Ich hatte davon gehört, aber nicht mehr vor der Eröffnung daran geglaubt. Nun wird sie doch noch schnell noch vor Samstag begonnen, ganz fertig wird sie aber wohl an den drei Seiten nicht mehr werden.

Eine weitere Abweichung vom Alltag war heute das doppelstündige Assembly bei den Fünfern. Das „Leberknödel-Team“ weilt für zwei Tage in Bad Dürkheim zur erlebnispädagogischen Fortbildung und ebenso zur Vorbereitung der Integrationsfahrt. Die Fünftklässler hatten daher mit ihren Patenklassen eine Aktion, die Bundespolizei ging durch die Klassen und hat über das Verhalten am Bahnhof informiert und eben in den letzten beiden Stunden ein langes Assembly mit mir. Klar, dort ließ ich den Schulkanon erstmals mit dem ganzen Jahrgang erklingen. Wir vertieften aber auch die Gedanken, die darin stecken, gerade als Gesamtschule. Es war schön zu hören, wie einige Kinder einen Zusammenhang herstellten und den Grundgedanken verinnerlicht haben, zumindest verbal. Wie weit dies in sie hineingesunken ist und trägt, weiß ich natürlich (noch) nicht. Dann der Wachenheimer Start für die Young Americans. Wieder Videoausschnitte, Erzählungen von Geschwisterkindern oder auch Gastfamilien aus dem letzten Workshop – zwei runde Stunden. Meine Hände verließen auch ausreichend Anmeldungen, das läuft alles prima!

Schnell musste ich aber zurück nach Deidesheim. Dort warteten es zwei Kolleginnen auf mich, die bereits um halb fünf Uhr aufstanden, um rechtzeitig nach Deidesheim zu kommen. Natürlich hatten sie auch Schüler/-innen aus ihrer Schule mitgebracht und zwei weitere Kolleginnen auf dem Weg mit deren Schüler/-innen aufgelesen. Bei dem, was ich eben so geheimnisvoll beschrieben habe, handelt es sich um das bereits mehrfach erwähnte Treffen dreier Gesamtschulen aus Jena, Gießen und der Weinstraße. Neben Sport steht dabei auch eine naturwissenschaftliche Arbeit in gemischten Gruppen auf dem Programm. Heute sollte ein U-Boot gebaut werden, das zum einen nicht absinkt und zum anderen mit einem Antrieb aus Brausetabletten in Bewegung gebracht wird. Wer kommt nur immer wieder auf solche Ideen? Herrlich!

 

Freitag, 25. August 2017:

Ja, doch, so ähnlich hatte ich mir den Start für den diesjährigen Workshop mit den Young Americans vorgestellt. Gemeinsam mit dem Hausmeister fuhr ich die mobile interaktive Tafel auf den Schulhof. Die Pause über sollten Ausschnitte aus der Show 2015 zu sehen und zu hören sein, die Erinnerung sollte zur Anmeldung motivieren. Dazu hielt ich etwa achtzig Anmeldezettel bereit. Der Fluch der Technik sollte aber auch hierbei nicht ausbleiben. Der eine Computer hatte Probleme am DVD-Laufwerk, der andere war noch nicht „ausgerollt“ und man konnte sich nur mit Netzanschluss anmelden (den es im Hof natürlich nicht gibt), ein drittes Laptop fuhr erst gar nicht hoch. Schließlich war die Zeit für weitere kleine Lösungen vor Ort zu kurz und ich holte ein Gerät aus der Schulleitung. Kurz vor dem Gong erklang die Eröffnungsnummer aus 2015 „Gotta be me“. Aber was war das denn? Musste ausgerechnet jetzt die Sonne scheinen und das Bild verblassen lassen? Ein paar Meter konnten wir noch in den Schatten ziehen – nur eine marginale Verbesserung. Aber die ersten Schüler/-innen staunten nicht schlecht, als sie in die Pause kamen. Aber auch der mir viel zu leise Ton und das blasse Bild verfehlten die beabsichtigte Wirkung, die gewünschte Aufmerksamkeit und den Anmeldewillen nicht: Nach der Pause ging ich mit lediglich vier nicht ausgegebenen Anmeldezettel ins Büro zurück. Der Startschuss für den Tanzworkshop 2017 ist erklungen, zumindest in der konkreten Vorbereitung. Lange vorher hatte ich mit den Rahmenbedingungen begonnen, hatte einen Caterer für das Mittagessen gefunden, hatte die Halle reserviert, Zuschüsse beantragt, die Tageszeitung eingeladen und andere Vorkehrungen (Starkstromanschluss, Hallenreinigung, Helferinnen für die Mensa) getroffen, hatte bereits Mailkontakt zum diesjährigen Company-Manager usw.

Das heutige Erleben in der Pause stärkt mich darin, dass wir mehr Teilnehmer/-innen zusammen bekommen als vor zwei Jahren. Schauen wir mal, wie es weiter läuft, wie sich auch das größer gewordene (und verjüngte?) Kollegium darauf einlassen wird. Die Klassen am Standort Wachenheim wissen auch noch gar nicht, was da alles kommen wird, nur ein Schüler, der die sechste Klasse wiederholt, war 2015 Teilnehmer, die anderen hatten bisher keine Chance der Begegnung. Aber stopp: In 2015 waren es auch Geschwisterkinder, die für einen wesentlichen Schub gesorgt haben. Die Assemblys in der nächsten Woche werden das ihre dazutun und dann wird auch in Wachenheim der Startschuss zu hören sein.    

   

Mittwoch, 23. August 2017:

Vermutlich waren heute alle Sekretariate und Hausmeisterbüros im Landkreis nicht besetzt, denn die Kreisverwaltung organisierte den jährlichen Betriebsausflug für ihre Mitarbeiter, heuer in den Luisenpark nach Mannheim. Wie soll da die neue Möglichkeit, sich bis neun Uhr vom Mittagessen abmelden zu können, umgesetzt werden? Ich hielt mich weitgehend in der Nähe des Sekretariats auf. Aber das Schild „Wegen Betriebsausflug geschlossen“ wirkte prompt kommt.  Kaum einer ging eine Tür weiter zu meiner offenstehenden. In der zweiten Musikklasse habe ich schon wieder verloren. Ja, gibt es denn sowas? Jahrelang der Sieger, nun zum zweiten Mal hintereinander das Nachsehen.

Auch den Abend zähle ich zu den Fixpunkten zu Beginn eines Schuljahres: Vorstandssitzung des Freundeskreises. Nur dieses Mal eine überraschende Veränderung: gleich drei Mitglieder legten ihren Sitz aus unterschiedlichen Gründen nieder, darunter der Vorsitzende, mit dem ich über so viele Jahre (es müssen derer neune sein) so gut harmonierte. Wie werden dich sicher in einem angemessenen Rahmen noch verabschieden, denn immerhin bleibst du zum Übergang noch im Vorstand. Dennoch sei hier bereits ein nicht dick genug sein könnendes DANKE zugerufen! Der Vorstand war allerdings nicht ganz so überrascht wie ich, denn durch Absprachen vorbesprochen, konnten wir noch in der Sitzung einen  Nachfolger wählen. Auch für die beiden ausscheidenden Mitglieder waren Nachrücker bekannt, so dass wir vollzählig die nächsten neun Jahre angehen können. Es stellte sich heraus, dass sich der Trend fortsetzt, dass in neu dazu gekommenen Jahrgängen die Zahl der Beitritte zum Verein weiterhin rückläufig ist. Ganz überraschend ist das nicht, denn die Eltern melden inzwischen an einer Regelschule an, die läuft, an der es vielleicht nicht mehr des ganz großen Engagements der Elternschaft bedarf. Normale Entwicklung hin oder her, wir beschlossen eine Reihe von Werbeaktionen, um nochmal zu verdeutlichen, dass die Schule dieser Mitwirkung dringend bedarf, um das umsetzen zu können, was wir derzeit tun, von Unterstützungen im Einzelfall bis zu größeren Projekten.

 

Montag, 21. August 2017:

Durch meinen „Ausflug“ in den Deutschunterricht in Jahrgang 9 war die Kontinuität meines Musikwirkens unterbrochen. Nicht ohne etwas Stolz zu verspüren, wurde das zumindest beim Singen des Schulkanons im Assembly wahrgenommen. In diesem Schuljahr werde ich wieder drei fünfte Klassen zur Musik hinführen können.

Die erste durfte ich heute kennen lernen, ein Bilderbuchstart. Natürlich hatte ich das Klatschspiel „verbotener Rhythmus“ im Köcher. Immer mal wieder setze ich das als Wettbewerb ein, um einen selbstgebackenen Kuchen zu gewinnen. Heute nun (Werde ich etwa alt?) verlor ich einen Klassensatz Schokoküsse, was die ohnehin gute Stimmung in der Klasse noch etwas anhob. „Wir haben den Schulleiter abgezogen!“ Kein Wunder also, dass das Singen mit Stolz gefüllter Brust noch engagierter erklang. 

Den Rest des Tages gestaltete der Alltag zu Schuljahresbeginn: Schulleitungssitzung mit all den zu klärenden Punkten eines gerade begonnenen Schuljahres, Schreiben des großen Elternbriefes mit all den Informationen, mit denen die Familien besser durchs Schuljahr kommen sollen und anderes mehr.

 

Freitag, 18. August 2017:

Unverhofft konnte ich heute anlässlich eines Geburtstages in Wachenheim ein Stück Kuchen abgreifen – so versüßt sich die Arbeit. Derzeit drucke ich die mehrfach erwähnte Broschüre „Neu an der IGS“ aus. Längst werden die Druckkosten gespart und nur noch eine Datei verschickt, mittels derer die Schulen ihre benötigten Exemplare selbst ausdrucken muss.

Skeptisch war ich heute wegen der Wetterlage. Ebenfalls zum zehnten Mal jährte sich das Grillen zum Abschluss der Integrationstage. Nur „Hasenfüße“ machen sich ernsthaft Sorgen, denn pünktlich um zwölf Uhr schien die Sonne „Am Alten Galgen“. Unter der Federführung des Spitzen-Fördervereins war alles wieder bestens organisiert, kurz nach meinem Eintreffen erhielt ich, ohne bestellt zu haben, eine Extrawurst, gegrillt nur für den Schulleiter! Mit einigen Eltern kam ich ins Gespräch und vernahm übereinstimmend Worte wie etwa diese: „Dank an die Schule! Das war eine schöne Woche“, oder: „Meine Tochter fühlt sich schon richtig wohl an der IGS. Vielen Dank, dass sie sich so viel Mühe gemacht haben.“ Na, dann kann es ja am Montag richtig losgehen! Ich wünsche euch allen viel Erfolg!

 

Mittwoch, 16. August 2017:

Da keimt doch Hoffnung auf! Bisher sind die beiden Stellen für Jugendliche im Freiwilligen Sozialen Jahr unbesetzt. Wir schalteten erneut eine Anzeige in den Amtsblättern und siehe da: Heute stellten sich zwei junge Interessenten vor. Schauen wir mal, ob sie „zugreifen“ – fest eingeplant sind sie immer und vor allem für den Ganztagsbetrieb im Grunde unverzichtbar.

Die Dienstlichen Beurteilungen und Gutachten zur Wechselprüfung hatte ich ja bereits eröffnet und das Einverständnis „eingeholt“. Unterschrieben kommen sie nun nach und nach zurück. Zweimal kopieren, eine aushändigen, eine zur Schulaufsicht senden, eine dritte in die Personalakte abheften, die ja so gar nicht heißen darf. Heute kamen zwei neue Anträge zur Wechselprüfung für das Lehramt an Realschulen hinzu – und weiter geht’s!

 

Dienstag, 15. August 2017:

Der erste Schultag nach den Ferien begann auch gestern wie seit den Jahren vorher an diesem zweiten Standor mit dem lauten „Willkommens-Spalier“, durch das die neuen Siebtklässler hindurch müssen. Ein kleines, aber wirkungsvolles Spektakel, das so etwas vermitteln soll wie: Willkommen hier bei uns! Ihr seid uns wichtig!

Weniger lautstark, dafür inhaltlich angereichert mit einer kurzen Einführung in die Schulart und die Oberstufe durch Schul- und MSS-Leitung, verlief dann um neun Uhr die Begrüßung der neuen Elftklässler, die ja wiederum etwa zur Hälfte von externen Schüler/-innen besteht. Anfangsspannung!

Heute nun, ebenfalls seit geraumer Zeit festgelegt, die Begrüßungsfeier für die neuen Fünftklässler – eingespielt, weil es bereits die zehnte dieser Art war. Ein Schaudern lief mir über den Rücken, als die Schülersprecher von sich aus die Neuen begrüßten, emotional und warmherzig einige Erfahrungen aus der eigenen Schulzeit bei uns zum Besten gaben. Die Musik-, Tanz- und Turnaktionen der Mitschüler/-innen stellten erneut die so typische lockere, lustige und unbeschwerte Atmosphäre her. Ich hatte mir für den Anfang meiner Begrüßung eine kleine Pantomime ausgedacht: Mit weißen Handschuhen kam ich schweigend auf die Bühne und leitete das Publikum zu einer rhythmischen Klatschübung an. Mit Handschuhen „klatscht“ es natürlich nicht. Mimisch unterstützt entledigte ich mich etwas theatralisch von den Handschuhen und übte mit allen ihren Rhythmus, den wir dann auch in abwechselnden Gruppen erklingen ließen. Erst dann nutzte ich die Stimme mit Worten: „Ach, ist das schöne, wenn alle machen, was der Schulleiter will.“ Erst nachdem das Lachen abgeklungen war, begrüßte ich die „Ludwig Leberknödel“ und sang noch mit allen den Schulkanon, kräftig unterstützt durch die anwesenden Schüler/-innen. Wenn ich den Rückmeldungen Glauben schenken darf, ein gelungener Einstieg. Später in der Schule dann die Erkenntnis: Zum zehnten Mal strahlte beim Luftballonwettbewerb die Sonne vom blauen Himmel!

 

Freitag, 11. August 2017:

Da die drei Referendarinnen ihren Vorbereitungsdienst am Studienseminar bereits begonnen haben, dort aber ganztägig Veranstaltungen haben, war es nicht möglich, sie schon vorab einmal einzuladen. Ich wollte sie aber auf alle Fälle vor der Ferien-Dienstbesprechung kennen lernen. Blieb uns nur der Termin heute um acht Uhr übrig. Ich versuche dabei immer, die vorhandene Anspannung etwas aufzulösen und mich locker zu geben. Ich glaube es ist ganz gut gelungen. So konnte ich die Schultüten auch mit persönlichen Worten und vor allem mit zu Gesichtern zuzuordnenden Namen überreichen. Die beiden Förderlehrer konnten, da es sich bei ihnen um Versetzungen handelt, bereits vor den Ferien zum Besuch ansagen. Einen hatte ich eh befreit, denn er stand bis vorletzte Woche in Diensten des Landes Baden Württemberg und hat nur zwei Wochen Ferien. Eine Beförderung zur Studienrätin durfte ich noch vornehmen: eine langjährige Vertretungskraft erhielt endlich eine Planstelle, was für das gymnasiale Lehramt direkt mit einer Beförderung zur Studienrätin verbunden ist. Für alle erklang, wie jedes Jahr, der Schulkanon zunächst mit dem nur für diesen Anlass ersonnenen Text:  

Seid uns herzlich nun willkommen,

nicht nur heute, jeden Tag.

Wünschen jedem nur das Beste,

dass er unsre Schule mag.

Fangt gut an!

Habt einfach Mut!

Schaffen wir zusammen,

dann wird es gut.

Der Rest der Veranstaltung ist dann schon wieder Schule: Termine, Stundenplan, Neuerungen, pädagogische Vorhaben und schließlich Verschiedenes. Anschließend der mehrseitige Papierkram, der mit einer Neueinstellung verbunden ist: Vereidigung mit erhobener Hand, die Gesetze des Landes Rheinland-Pfalz einzuhalten und diesem treu (!) zu dienen, Kenntnis des Antikorruptionsgesetzes, Wahrung von Dienst- und privaten Geheimnissen, keine Gefangenenbefreiung (!) usw. Alles vorzutragen und die Kenntnisnahme in doppelter Ausfertigung zu unterschreiben.

Es schlossen sich die ersten Teamsitzungen an, Zeit, die für mich dann wieder ruhiger wurde und die ich der vielen Post widmen konnte. Abends erhielt ich bereits eine erste Referendariats-Mail:

         „Lieber Georg,

vielen Dank für den freundlichen Empfang heute. Es haben sich schon direkt Kolleginnen und Kollegen gefunden, die mir unter die Arme greifen, indem sie parallel mit mir planen. Ihr habt gemeinschaftlich dafür gesorgt, dass die Panik, die die letzten Tage im Seminar aufgebaut wurde, wieder etwas abflaut und ich mich somit wieder auf die Schule freuen kann.“

Klingt doch gut und gelungen und kann als Abschluss des ersten Tages stehen bleiben. Das Wochenende wird mir selbst andere Formulierungen in Fülle abverlangen, die Dienstlichen Beurteilungen sind noch nicht alle fertig…

 

Sommerferien 2017:

Die ersten beiden Wochen vergingen wie im Flug. Wir trafen uns gleich am zweiten Ferientag im Schulleitungsteam zu einer längeren Sitzung und bereiteten das neue Schuljahr kalendarisch vor. Weiter galt es, mal den Schreibtisch aufzuräumen (Was hatte sich da in den Stapeln nicht alles gesammelt und war liegen geblieben!), da galt es, die Unterrichtsverteilung zu „verfeinern“, dies und das eben zu erledigen und auch die Familie nicht zu kurz kommen zu lassen. Nach dem Urlaub standen die Dienstlichen Beurteilungen und Gutachten für die Wechselprüfung an, auf insgesamt zehn Dokumente war die Anzahl angewachsen. Dafür lässt der Alltag des Schuljahres weder Zeit noch Muse. Gleichzeitig erhielt ich Nachricht von „meinem Verlag“, dass die Druckversion von „Schulleiters Tagebuch 4“ gesetzt sei, die ich nun korrigieren musste. Auch personell waren wir ja noch nicht komplett. Ein Vertretungsvertrag stand noch aus und die drei Referendarinnen kannte ich auch noch nicht. Sie stehen zwar seit August in Diensten des Studienseminars, aber durften aus irgendwelchen rechtlichen (oder zeitlichen?) Gründen noch keinen Kontakt zur ihren Ausbildungsschulen aufnehmen. Auch in diesem Jahr bereitete ich sieben kleine Schultüten für die neu bei uns beginnenden Kolleg/-innen vor, denn zusätzlich zu den Referendarinnen gesellen sich zwei neue Förderlehrer und eine Kollegin, die zu uns versetzt wurde. Die Tüte für die Vertretungskraft musste aber noch im Büro bleiben, der Vertrag war noch nicht unter Dach und Fach. Rechtzeitig, damit ich wegen der Größe oder eher der „Kleinheit“ der „Schultütchen“ nicht in Bredouille kam wie im vergangenen Jahr, hatte ich sie bereits besorgt, Schultüten in „normaler“ Größe gehen wohl nie aus und es gibt sie in allen Varianten, nicht aber die kleinen, eher symbolisch gemeinten. Dennoch mussten sie noch mit nützlichem und süßem Kleinkram gefüllt werden, noch lagerten sie ungefüllt zu Hause. Die erwähnten Broschüren „Neu an der IGS“ erreichten in einer Stückzahl von zehn (!) die Schule (vgl. Einträge vom 23. Februar, 29. März und 8. Juni 2017). Ein Anruf ergab: Auch im Ministerium machen Menschen Urlaub, aber es sei durchaus geplant, eine druckfähige PDF-Datei an die Schulen zu mailen, damit diese die notwendige Anzahl selbst ausdrucken können. Und dann der Jugendtreff: Die Maler waren weg, die nach den Elektrikern Einzug gehalten hatten. In der Ferienpost fand sich auch die Einladung zur offiziellen Eröffnung am 2. September, an dem Tag, an dem auch die 19. Alla-hopp!-Anlage fertiggestellt sein wird. Das wird an diesem Tag auf allen Plätzen feierlich begangen.