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Sept bis Dez 09

Freitag, 11.  Dezember 2009:

Sitzung mit den Verbandsbürgermeistern und deren "Finanzminister" wegen der Etatwünsche im kommenden Jahr. Spannend dabei war noch die Frage, wie es mit der Schulträgerschaft weitergeht, vor allem in Richtung Finanzen und Gebäudeeigentümer. Wenn die zweite IGS im Landkreis in Grünstadt an den Start geht, wovon derzeit auszugehen ist, wird sich aus Gründen der Gleichbehandlung vielleicht eine Reihe von Verantwortlichkeiten verschieben. Mal sehen. Wir erörterten in diesem Zusammenhang auch die Auswirkungen auf das Anmeldeverhalten. Meine Einschätzung beruht auf den Zahlen, die ich während der letzten Wochen erlebt habe: ca. 230 bei unserem Informationsabend in Wachenheim, ca. 250 bei dem in Grünstadt und knapp dreihundert beim Tag der offenen Tür - da müssten doch zwei gesunde IGSen drin sein, auch wenn die Zahlen nicht einfach zu addieren sind. Nicht nur so gesehen können wir uns über unseren Standort freuen und: Von der Dienstbesprechung in Ingelheim weiß ich, dass es durchaus Standorte geben wird, die um die Schülerzahlen werden ringen müssen.

Mehr aus Verlegenheit sangen wir heute im Assembly das im letzten Jahr für die Feier im Bürgerspital eingeübte Lied "In der Weihnachtsbäckerei". Im Nu stellte sich eine lockere und fröhliche Atmosphäre ein, strahlende Gesichter sah ich allenthalben, auch das synkopische Klatschen klappte immer noch. War es die Erinnerung der Sechser an letztes Jahr? War es das mitreißende Lied? Seis drum, deutlich wurde die singfreudige Schülerschaft. Oder, mehr pädagogisch oder psychologisch oder wie auch immer: Singen, Musik überhaupt, spricht Sphären in uns an, die so einmalig und verbindend sind, dass sie sich der ratio entziehen und dort nicht vermittelbar sind. Schön, dass dies so nebenbei im Assembly mit allen gemeinsam gelebt und erfahren werden kann, Musik nicht als Konserve aus dem MP3-Player sondern live, mit allen. Früh habe ich das selbst erlebt und erinnere viele Abende, an denen die Gitarre von Hand zu Hand zu ging und die Lieder nie aus. Wenn ich davon etwas in die Schule hineintragen und mein Erleben weitergeben könnte, wäre es ein großes Glück.

 

Mittwoch, 09. Dezember 2009:

Mein erster Einsatz als AQS-Co-Referent an einer IGS. Das war ein spannender Tag, der wegen der Anreise schon um 5.15 Uhr begann! Zum ersten Male hörte ich nicht von einer Bläserklasse sondern saß beeindruckt  in einer solchen, erlebte Nawi_Unterricht, saß in einem fremden Klassenrat, aß in einer schönen Mensa, erlebte seit langem mal wieder "ältere" Schülerinnen und Schüler - sprich ein anstrengender aber hoch interessanter Tag mit vielen Eindrücken und auch Ideen für uns.

 

Dienstag, 08. Dezember 2009:

Schulleiterdienstbesprechung aller IGSen des Landes in Ingelheim, viele Neuigkeiten und auch freudiges Wiedersehen. Da diese Runde nur alle zwei Jahre tagt, bin ich nochmal als "Neuling" begrüßt worden - damit habe ich vermutlich alle Gremien einmal durchlaufen auf regionaler und auf Landesebene. Wie sehr sich die IGS-Landschaft verändert hat, zeigte eine Karte mit Infos des Ministeriums: Inzwischen sind von 36 den Gebietskörperschaften bis auf sieben alle mit einer IGS ausgestattet, gehen alle jetzt vorbereiteten an den Start, werden es im kommenden Schuljahr 53 sein - welch eine Zahl. Als ich begann, waren es landesweit fünf! Ganz wichtig und daher heute auch oft wiederholt ein Satz der Ministerin von letzter Woche: "Wo IGS draufsteht, muss auch IGS drin sein!" Durch verschiedene Gerichtsurteile des letzten Jahres sind auch einige graue Bereiche des Aufnahmeverfahrens nun definiert worden. Also, da ist so viel Bewegung drin und wir sind dabei, spannende Zeiten!

 

Samstag, 05. Dezember 2009:

Puuh, erstmal durchatmen! Ein durchweg erfolgreicher Tag der offenen Tüt, wenngleich gemunkelt wird, es seien weniger Besucher als im letzten Jahr dagewesen. Bei soviel Lob, das ich in den vielen Gesprächen heute gehört habe, glaube ich eher an eine bessere Verteilung auf nun zwei Etagen. Die positive Meinung über uns scheint aber ungebrochen zu sein. Das ist, wenn auch kein messbarer, so doch ein spürbarer Erfolg der Arbeit aller, der Schüler- und Elternschaft als auch des Kollegiums. Habt von hier aus Dank, ihr alle, die heute mitgewirkt haben.

Aus den vielen Aktionen, Eindrücken und Angeboten möchte ich eines herausheben, weil es so gar nicht selbstverständlich ist: Unser Schulpate bei dem Projekt Schule ohne Rassismus war den ganzen Tag über bei uns, weil er die Schule an den besonderen Tagen der Verleihung und des Schulhofkonzertes nur positiv erlebt habe. Heute nun interessierte sich Hosni fernab von seiner Musik für den Alltag unserer Schule. Glücklich, wer einen solchen Paten gewinnen konnte! Ganz wichtig erscheint mir dabei das Signal an die Schülerinnen und Schüler. Da ist einer, der nicht nur kommt, weil Spektakuläres stattfindet und uns unterstützen will, nein, er ist da, weil er sich wirklich für uns interessiert und der kommt, um uns kennen zu lernen. Das wird dem Projekt einen zusätzlichen Schub verleihen. Dank dir, Hosni, für dein Interesse, dein Für-uns-da-sein, deine lieben Worte!

 

Mittwoch, 02. Dezember 2009:

Habe heute einen Anruf vom Landeskriminalamt erhalten, die gesuchten Agenten sind mit der Schatzkiste in der Nähe der Klosterruine Limburg gesichtet worden. Habe dirkt bei der 5d angerufen. Sie waren schon undercover unterwegs.

Abends dann Vorstellung der neuen IGS Grünstadt. Über 250 Menschen interessierten sich für das Konzept der neuen Schule. Als Pate saß ich mit auf dem Podium und konnte manche Besorgnis hoffentlich aus dem Weg räumen. Ich denke, das war ein gelungener Start. Lob dem Schulträger, der schulpolitisch ziemlich weit vorgedacht hat, ohne dass eine Schulform Angst haben muss auszubluten.  Die beiden IGSen jedenfalls dürften sich von den Schülerzahlen her nicht ins Gehege kommen. Dennoch wird es eine noch spannendere Aufnahmerunde im Februar geben.

 

Dienstag, 01. Dezember 2009:

Wieder sind zwei Klassen zu erlebnispädagogischen Tagen unterwegs. Macht es gut, erlebt was und kommt mir gesund wieder zurück!

 

Sonntag, 29. November 2009:

Advents-Matinee in der ehemaligen Synagoge in Deidesheim mit Klezmer-Musik. Immer wieder erfrischen die Melodien mit ihrer überbordenden Lebensfreude und ihrem flotten Rhythmus, immer wieder erschrecken mich die Klänge der weinenden Klarinette, bei denen das ganze Elend des Holocaust herausgepresst zu werden scheint. Und dann noch in diesem Raum, der nur deshalb nicht zerstört wurde, weil er nicht mehr in jüdischem Besitz war, sondern vorher, bei Auflösung der jüdischen Gemeinde 1936, verkauft wurde. Bleiben wird die gegenseitige Zusicherung an und vom "Freundeskreis ehemalige Synagoge", dass wir miteinander zu tun haben werden, wenn wir auch am Standort in Deidesheim vertreten sein werden. Nach dem Besuch des jüdischen Friedhofs hier in Wachenheim, dem Besuch der Mikwe in Speyer, der Pessachfeier in Religion können wir doch dieses kleine Gebäude mit seiner Bedeutung und Geschichte  nicht ungenutzt liegen lassen. Und als Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage können wir uns keinen geeigneteren Rahmen zur Zusammenarbeit denken.

 

Donnerstag, 26. November 2009:

Infoabend in der Stadthalle mit über 200 interessierten Eltern, anwesend waren zwei Mitglieder der Planungsgruppe IGS Grünstadt, schön, wenn wir von Anbeginn nicht konkurrieren sondern kooperieren.

Puuh, kaum vorstellbar und doch geschehen: Am Bahnhof landte ein Schüler infolge einer Rangelei auf den Gleisen, heute fand die Klassenkonferenz statt. Oh Mann, ihr Schülerinnen und Schüler, nehmt die Belehrung der Polizei auf alle Fälle ernst. Dieses Mal ging es nochmal gut, aber der "trainangel" (so der Name des Bahn-Schutzengels in einem Lehrfilm der Polizei) wird nicht immer da sein können. Passt bloß auf!

 

Mittwoch, 25. November 2009:

In den ersten beiden Stunden erlebte ich die Belehrung der Bundespolizei nun auch mal live mit. Letztes Jahr als Nicht-Tutor im jetzt sechsten Jahrgang gingen die Stunden an mir vorüber. Mit zwei kurzen Filmen, einigen Folien und durch die lange Erfahrung des Beamten ging ich ergriffen aus dem Klassenraum. Wenn das bei den Schülerinnen und Schülern auch so war, müsste sich am Verhalten unserer Schüler an den Bahnhöfen viel verändern. In den sechsten Klassen soll die letztjährige Belehrung aufgefrischt werden. Das Thema ist es wert. Unglücke mit der Bahn verlaufen immer schrecklich und sind oft durch Gedankenlosigkeit, Leichtsinn oder wahnwitzige Mutproben verursacht. Wir hoffen alle, dass die Stunden gestern und heute dazu beitragen die - bisher Gott sei Dank! glimpflich verlaufenen - Vorkommnisse ganz verschwinden zu lassen.

 

Dienstag, 24. November 2009:

Der zweite Standort in Deidesheim gräbt sich langsam in mich ein. Heute haben wir mit den beiden Schulen die Arbeitsplatzbeschreibung einer halben Stelle für Schulsozialarbeit konzipiert. Wenn es gut läuft, wird sie zum April besetzt werden. DIe gute Kooperation setzt sich fort. Erster Gang durch den Rohbau, Blicke in noch graue Betonräume: Hier könnte die Schulleitung sitzen, dort kommt einmal der Teamraum hin...sehr spannend. Es entstand auch die Idee eines kleinen Richtfestes beim Abschluss des Rohbaus. Wird wohl Januar 2010 werden.

Mittags dann gemeinsame Sitzung beider Teams mit einem Thema: Tag der offenen Tür. Immer wieder freue ich mich darüber, wie dabei Ideen sprießen und gemeinsames Tun von immer mehr Menschen zusammen auf einen Termin hin nicht nur bewältigt wird, sondern mich stets neu beflügelt. Es gibt soviel zu tun, aber macht immer noch soviel Spaß.

 

Freitag, 20. November 2009:

An gestern anknüpfend: Uns fehlt die Erfahrung des Doppelstandortes, aber ich war heute an der Realschule + in Deidesheim. Über zehn Jahre haben die Kolleginnen und Kollegen doch gezeigt, dass ein Doppelstandort zu bewältigen ist! Die Bauarbeiten gehen gut voran. Das Kollegium dort muss viel Lärm aushalten. Dafür: Hut ab und Danke!

Der Laptop-Wagen ist heute geliefert worden, er gehört zur Austattung als Medienkompetenzschule. Tolle Sache, wenn die Geräte einmal zum ganz normalen Unterrichtsalltag gehören werden. Noch etwas Geduld. ihr Lieben, erst muss mal jedes Gerät bestückt werden.

 

Donnerstag, 19. November 2009:

Ich sitze gerade im Teamraum der Trixi Trauben, nebenan planen die Arbeitsgruppen des Fördervereins zum Thema Tag der offenen Tür - ich nutze die Zeit zum Tagebuchschreiben. Es ist immer wieder ein Elrlebnis und es muss immer wieder betont werde,. was wir für eine tolle und engagierte Elternschaft haben. Nebenan sitzen über zwanzig Eltern und arbeiten für den Tag der offenen Tür, weitere 12 haben ihre Mithilfe zugesagt, neue Mitglieder treten dem Förderverein bei. Klasse, toll, danke!

Nach einem Telefongespräch mit der Bürgermeisterin aus der Eifel-VG habe ich den Besuch zugesagt. Meine Aufgabe ist vor allem, den Zweifeln angesichts eines Doppelstandortes zu begegnen. Kann ich das bereits? Ich denke schon, denn der Doppelstandort stellt uns vor Herausforderungen. Allerdings will ich es auch damit halten wie mit allem: Pädagogik heißt doch in erster Linie, sich immer wieder adäquat auf neue Aufgaben einzulassen. Immer, wenn es um Menschen geht, ist wenig planbar und immer müssen wir neu auf die Gegebenheiten reagieren. Wer weiß denn schon, wie ein weiterer Jahrgang sein wird? Welche Kinder in den Klassen sind? Wie sie sich entwickeln?   Was uns betrifft, waren die Punkte Ganztagsschule und Schwerpunktschule auch neu und haben natürlich Unsicherheit ausgelöst. Aber was ist die Alternative? Kneifen? Ich denke nein, mutig, offen, kreativ und mit einem Schuss humorvoller Zuversicht ran an den Speck. So gesehen ist auch ein Doppelstandort an sich nicht das Problem, sondern die Art, wie man ihm begegnet. Ob ich das im Januar über die Kante bringe?

 

Mittwoch, 18. November 2009:

Wieder zwei Tage Bad Kreuznach als AQS-Ko-Referent, heute Mittag Schulträgerausschuss. Es ging um die Benehmensherstellung für eine IGS-Schulleiterstelle. So schnell geht das, das letzte Mal, als ich dieses Wort hörte, ging es um  mich. Nun sitze ich im selbst im Ausschuss und weiß, wie sich die Kandiaten fühlen. Abends dann zum zweiten Mal der Infoabend zur differenzierten Leistungsmessung. Ich glaube, die anwesenden Eltern waren zufrieden und tragen dieses Konzept mit. Wie soll man auch was dagegen haben, stärkt es doch den individuellen Zugang zu jedem Kind. Dennoch erleichtert es mich, wenn es Jahr für Jahr weitergetragen wird, gerade jetzt zu Beginn einer neuen Schule. Irgendwann wird es einfach so sein und kein Mensch mehr drüber reden.

Soll ich wirklich im Januar in die Eifel (!) fahren, um dort die Arbeit einer IGS an zwei Standorten vorzustellen? Die haben wir doch bisher nur auf dem Papier. Die Praxis lernen wir doch erst ab nächstem Jahr kennen. Trotzdem soll ich kommen. Kann das wirklich niemand, der näher dort wohnt? Anscheinend nicht, Fahrtkosten, Hotel, alles wird übernommen, wenn ich nur komme. Hmmm.

 

Dienstag, 17. November 2009:

Das dritte Kind aus den Reihen unseres Kollegiums hat das Licht der Welt erblickt. Herzlichen Glückwunsch! Möge es in Gesundheit und Frieden aufwachsen, es soll die Welt besser erleben dürfen. Mir gehen die Staatsschulden durch den Kopf, von denen immer gesagt wird, die nächste Generation müsse dafür aufkommen.

 

Montag, 16. November 2009:

Zwei Konrad KoekenrKlassen sind ab heute erlebnispädagogisch in Bad Dürkheim unterwegs. Ich wünsche euch viel Spaß bei allem, was ihr erleben werdet. Hoffentlich hält das Wetter, aber bei Regen im Wald zu sein kann ja auch ein Erlebnis sein.

Heute fand eine Überprüfungskonferenz an der Schule mit den verbliebenen Lehrkräften statt, es ging um die Bewerbung aus einem anderem Bundesland. Erwähnenswert ist dies hier, weil der Prüfer im Anschluss sagte: "Da haben Sie ja ein tolles Kollegium, Teamarbeit wird hier richtig gelebt."  Und ob!

 

Freitag, 13. November 2009:

Tragend ist nach wie vor die Erfahrung, wieviel Anteilnhame mich/unsvon allen Seiten erreicht hat, wieviel Gedanken unserer Situation gewidmet waren. Das ist schön und das tut gut. Danke!

Schulisch laufen einige Dinge verquer: Es kann und darf nicht sein, dass Kinder wegen Vorfällen in den Zügen, Bussen und Bahnhöfen mit belastenden und ängstlichen Gefühlen in die Schule kommen. WIr können doch nicht viele Gedanken über ein Schulkonzept mit vielen Inhalten entwickeln, die dann durch die Situation in manchen Verkehrsmitteln zunichte gemacht werden. Da tut sich Handlungsbedarf auf!

Heute habe ich das Kranichlied im Assembly eingeführt. Es war toll und symbolisch wichtig, wie die Konrad Korken aus Jahrgang fünf das Lied gleich mit anstimmten und so den Trixi Trauben beigebracht haben. Obwohl die Fünfer längst im Assembly angekommen sind, heute haben sie nochmals einen wichtigen Impuls draufgesetzt.

Und der Flur im UG strahlt schon in neuem Weiß. Welch ein Unterschied zum dunklen Grau der Waschbetonplatten, welch neues Licht, welch freundliche Atmosphäre. Die Kosten jedes Pinselstriches sind vielfach berechtigt angesichts dieser Wirkung. Der VG Wachenheim sei Dank zugerufen, dass sie dies bis zum Tag der offenen Tür in unseren Fluren ermöglichen.

Bei allen Ereignissen wird es nun endlich Zeit, die Verleihung des media literacy awards in Wien  zu würdigen. Fast ging diese im Trubel dieser Woche unter. Vergessen haben wir es nicht, nein, nein, Ihr Lieben. Dass mit diesem Preis eine (erste?) Skulptur an die Schule kam, wird immer euer Verdienst sein, im nächsten Assembly werdet ihr ausführlich berichten können!

Weitere Mails aus Jena, Einträge auf den Homepageseiten zeigen: Diese Partnerschaft ist frisch, kreativ, auf Dauer angelegt und sie wächst auf humusreichem Boden. Die ausgebrachte Saat hat bereits gekeimt und drängt nach Wachstum.

 

Dienstag, 10. November 2009:

Es gibt Tage, da tritt für wichtig Genommenes innerhalb von Sekunden in den Hintergrund: Anruf aus dem Krankenhaus und schon war klar: Schule, trete in den Hintergrund! Auch jetzt noch, wo die Folgen eines Sturzes unseres Kleinen abzusehen sind und trotz allem glimpflich verlaufen werden, kriege ich den Kopf nicht frei, nehmen sich Gedanken ihren berechtigten Platz. Schön dabei ist die Gewissheit, dass in der Schule Menschen sind, die das alles auffangen werden.  Merci!

 

Montag, 09. November 2009, Thementag "20 Jahre Mauerfall":

Was ist nach einem solchen Tag festzuhalten? Würdigen kann ich ihn an dieser Stelle eh nicht, dazu laufen zu viele gleichzeitig auf verschiedenen Ebenen statt. Was bleibt sind meine Eindrücke und die Erfahrungen, die wir für den nächsten Thementag gesammelt haben. Eine davon wird sein: Ich darf als Schulleiter nicht einen workshop übernehmen, der mich den ganzen Vormittag beschäftigt. Nein, die Aufnahme meines Hörspiels machte mir, bei allen technisch-akustischen Schwierigkeiten, sehr viel Spaß, weil es eine alte und bewährte Methode ist, Inhalte "so nebenbei" zu vermitteln. Ich fühlte mich in die Anfangszeit meines Lehrerdaseins zurückversetzt, als ich eine AG Pausenradio betreute. Dennoch: Mein Platz an solchen Tagen, wenn Gäste aus zwei Landkreisen und aus dem Ministerium in der Schule sind, muss eher übergeordnet sein, ich muss da Luft haben, muss Schulleiter sein können. Dennoch war der erste Thementag mit zwei Jahrgängen ein Erfolg. Die vielen workshops haben erfolg- und fecettenreich gearbeitet, Ergebnisse werden noch nach und nach gewürdigt werden können, der Clou waren die Gäste aus Jena, die sich hier und da einklinkten. Toll, danke allen, die diesen Tag zum Erlebnis machten! Ich spürte eine große Lust, diese Thementage mit drei und mehr Jahrgängen an zwei Standorten durchzuführen: Eine Schule - ein Thema; mehr als zwei Jahrgänge arbeiten klassenübergreifend an zwei Standorten und kommen zu einem gemeinsamen Abschluss zusammen. Wäre grandios! Zukunft, ich kann dich kaum erwarten!

 

Sonntag, 08. November 2009:

Wie ulkten wir beim Essen mit einigen Lehrerfamilien? Thüringer Bratwurst meets Pfälzer Saumagen. Letzteres diente ja schon mal vor zwei Dekaden zur Völkerverständigung! Dieses Mal benötigten wir nicht mal einen Anlauf. Kennen lernen der beiden Schulen und welche stabilen Säulen könnten  wir errichten. Keine Gastfamilie hat sich wegen Problemen gemeldet, auch dort scheint es gut zu laufen. Morgen also der Thementag "20 Jahre Mauerfall" mit all seinen Aktivitäten und Unwägbarkeiten.

 

Samstag, 07. November 2009:

Es gibt Dinge, die nur durch das zu erklären sind, was man landläufig "Die Chemie stimmt." nennt. So habe ich es heute wieder am Bahnhof erfahren. Da kommen Menschen  mit dem Zug an, die ich zuvor nie gesehen, zu denen nur Mail- oder Telefonkontakt bestand, und doch drängt es mich, sie bei der Begrüßung zu umarmen. Ja, die Jenaer Gäste sind da und es war gleich stimmig. Beim ersten Kaffee (und Tee) wuchs schon die Gewissheit, dass die kommenden Tage erfolgreich sein werden. Auch ein Bild zum Speichern: SchülerInnen aus Jena und Wachenheim begrüßten sich per Handschlag auf dem Bahnsteig, Eltern nahmen die Gäste lächelnd "in Empfang" und gleich lösten sich die beiden Schulgruppen auf und es gab nur noch Familien. Ein toller Anfang heute.

 

Freitag, 06. November 2009:

Elternabend der sechsten Klassen gestern zum Thema Schüler-Eltern-Lehrer-Gespräche (SELG). Durchweg unterstützten die anwesenden Eltern diesen Ansatz und sind gespannt auf die Erfahrungen. Zwei Klassen wollen komplett die Gespräche führen. Anschließend sollen alle Erfahrungen von SEL gesammelt werden. Erst dann wollen wir überlegen, ob das ein flächendeckendes Konzeptmerkmal werden und für alle eingeführt werden kann. Die SEIS-Befragung hinkt ein bisschen. Schüler und Lehrkräfte haben zu 100 Prozent mitgemacht, da wäre es schade, wenn die niedrige Zahl der Eltern einen wenig aussagekräftigen Wert erbringen würde. Gerade die Meinung der Elternschaft ist doch ein entscheidender Wert. Wir wollen noch mal nachhaken, eine Erinnerung für die zweite Runde rausgeben und Nachtermine anbieten. Ich bin noch guter Dinge.

Heute Abend kommen "die Wiener" zurück, morgen kommen die Jenaer Gäste...viel los, viel Spaß, aber auch eine Reihe von Dingen, die liegen bleiben. Die Stapel auf meinem Schreibtisch wachsen und statt Termine abzuarbeiten, führen sie derzeit zu immer neuen Eintragungen im Terminkalender. Am Wochenende muss ich nun letzte Hand an das Hörspiel legen, ein weiteres Aufschieben geht nun nicht mehr.

 

Mittwoch, 04. November 2009:

Mir brennt der Kittel - so heißt es doch, wenn man das Gefühl hat, die Arbeit schlägt über einem zusammen, oder? Der Reihe nach: Am Montag zwei Gespräche wegen der neuen IGS Grünstadt, deren Planungsgruppe ich ja als Pate zur Verfügung stehe. Nun geht es auch um Personalfragen. Gestern dann Schulleitervereinigung der IGSen im Lande. Hauptsächlich ging es um das kommende Aufnahmeverfahren. Bei der jetzt stetig steigenden Zahl von IGSen müssen eine Reihe von Fixpunkten geklärt werden, um die Verfahren aller IGSen transparent und vergleichbar zu machen. Gleichzeitig muss es professionell durchgeführt werden, um Klagen zu vermeiden. Interessant an diesen Treffen ist aber stets und immer wieder der Blick über den Tellerand. Auch Spaß ist logischerweise dabei: Ein solcher war die Bemerkung, ob wir in Deidesheim/Wachenheim als Aufnahmekriterium nicht einführen wollten, dass Kinder von Weinprinzessinen außerhalb des Losverfahrens aufgenommen werden. Jaja, der Ruf der önologischen IGS. Abends dann noch SEB, auch dort war es so, dass sich aus einem Termin vier weitere ergeben und eine Reihe von Gesprächen ansteht. Nicht mal die Gruppe, die in Wien den literacy media award empfangen wird, habe ich verabschieden können. Heute nun Sitzung der Planungsgruppe Grünstadt, Beistand und Beratung leisten. Aktuell habe ich das Kranichlied weitergegeben. Ich weiß, es steht auch noch für die Homepage aus, aber ich komme derzeit einfach nicht dazu und zudem hatte ich die Idee, Origami-Kraniche zu falten und als Mobile in die Klassenzimmer zu hängen. Wir bleiben dran!

P.S. Eben erreicht mich eine SMS aus Wien: "Grüße aus der Gondel am Prater. Sind alle guter Dinge und haben den roten Teppich schon beschritten." Klasse, wie ich euch beneide!

 

Freitag, 30. Oktober 2009:

Die interaktiven Tafeln sind installiert, nicht wie geplant, weil einige, leichte Wände sie nicht zu tragen in der Lage sind, aber drei neue, eine alte und eine ausstehende - Medienkompetenz liegt nun in unserer Hand.

 

Mittwoch, 28. Oktober 2009:

Habe heute in Musik das Lied "Die Kraniche fliegen im Keil" vorgestellt. Es ist ja eher nachdenklich und keine "Schenkelklopper" - und gerade deswegen auch wichtig. Musik und Lieder umfassen die ganze Spanne der Gefühle. Zum Start und zur Motivation soll es ruhig lustig zugehen, das ist ja auch bei den Konrad Korkens gelungen. Nun also die Kraniche. Lange, bevor unser Kanon entstand, hatte ich dieses Lied als IGS-Lied im Kopf. Dazu ist es aber etwas sperrig und eignet sich nicht zum schnellen, identifikatorischen Mitsingen. Wenn ich es in allen vier Fünferklassen durch habe, werde ich es auch auf die Homepage stellen, mit Bildern und Gedanken. ISt die Melodie einmal sicher im Fünferjahrgang, sollen sie es im Assembly den Trixi Trauben beibringen. Und schon wächst wieder zusammen, was zusammen gehört. Apropos:

Der Thementag zum Mauerfall wächst und nimmt immer mehr Gestalt an. Und vor allem: Er ist weit davon entfernt, ein Aufguss des letztjährigen zu sein. Da sprießen neue Ideen, dass es eine wahre Freude ist. Eine Besonderheit wird der Besuch aus Jena sein. Mich überrascht es immer wieder, wie schnell da in beiderseitigem Interesse Kontakt und Partnerschaft entstand. Die Bereitschaft unserer Eltern, Schüler/innen für den Besuch aufzunehmen, ist so groß, dass einige leer ausgehen. Schade und trotzdem lässt mich dies auf einen lange anhaltende Partnerschaft hoffen. Ach, all ihr Menschen in und um die Schule, es ist eine anhaltende Freude hier und mit euch zu arbeiten.

 

Dienstag, 27. Oktober 2009:

Schulbegehung mit dem Schulträgder Wachenheim. Da wird einiges kommen, was noch zu machen sein wird. Schön an dem Treffen war, dass viel Verständnis und Wohlwollen im Spiel war. Aber bei leeren Kassen werden sind erst mal Sitzungen nötig. Wir bleiben dran.

 

Montag, 26. Oktober 2009:

Erster Schultag nach den Ferien. Es hat sich schön eingespielt, dass wir solche Abschnitte gemeinsam beginnen. Wir trafen uns also alle im BK-Saal, begrüßten uns, sangen unseren Kanon und fürhten kurz in die Methodentage ein. Nach einem solchen gemeinsamen Beginn, an dem wir uns alle wiedersehen, begrüßen und wahrnehmen, kann es dann ganz anders in den Alltag gehen, da tröpfelt nicht jeder für sich ein, seiht den einen da und den anderen dort. Nein, Schule beginnt und und Schule nimmt sich als solches wahr.

Für mich ein Meilenstein des Standortes Wachenheim: gemeinsame Konferenz der Grundschule und der IGS. ZWar ging es hauptsächlich um Aufsichtsfragen, die wir ja nun als zwei Schulen am Ort absprechen können. So zwischen den Zeilen wuchsen die beiden Kollegien zusammen, gegen Ende war kaum zu spüren, dass da zwei Schularten planen, überlegen, konferieren. Und plötzlich sprossen Ideen wie ein vergrößerter Schulhof, ein sprudelnder Brunnen...kollegiale Zusammengehörigkeit. Merci!

 

Montag, 19. Oktober 2009:

Jetzt gehts los: heute Morgen um sieben Uhr wurden die drei interaktiven Tafeln im Rahmen der "Medienkomptenzmacht Schule" angeliefert. Gut, sie hängen noch nicht, keiner kennt sich noch damit aus. Aber das wird kommen.

Am Nachmittag mit unserem Kleinen auf der Schaukel im Garten. Die Stimmung des sonnigen Oktobertages schien auch ihn zu erreichen: er sang vor sich hin, alles, was in den letzten Tagen so erlebt hatte, abgeschlossen mit einem Lalala. "Oma hat gekocht, lalala, Mama ist mit Papaauto weg, kommt bald wieder, lalala, Papa, anschubsen, lalala..." - Warum schreibe ich das hier? Es war ein göttliches Bild,ein Bild des In-sich-Ruhens, des gelassenen Seins eines Kindes, der Dichte. Ja, Kinder sind ein Glück! Kinder bereichern uns und führen uns, wenn wir es nur zulassen, zu uns selbst. Sehr wohl weiß ich: Das schreibt ein Vater nach einem Erlebnis mit dem eigenen Kind. Aber oft genug erleben wir dies doch auch in der Schule, kleine Augenblicke des Glücks, kurze Begegnungen, ein Augen-Blick in die Herzen, in denen wir uns ganz nah sind. Heute in einer Woche kommen die kInder wieder in die Schule. Ich will ihnen mit diesem Gefühl begegnen.

 

Sonntag, 18. Oktober 2009:

Zurück aus Berlin, fand dich eine Reihe von Emails und zwei Artikel vor. Die Preisverleihung des literacy media awards in Wien ist geplant, der Themetag kommt voran, die "sieben Engel" waren in der Zeitung und einiges mehr. Mein Hörspiel, das ich am Themetag zur Aufnahme anbieten will, macht Fortschritte und ich habe mich mit einer Reihe von Originaltönen versorgt. Könnte ganz gut werden. Skeptisch bleibe ich bei der Zeit: Drei Stunden sind knapp und vielleicht werde ich als Schulleiter ja auch noch sonstwo (offiziell) gebraucht, mal sehen, ob die jetzt schon durchscheinende Hektik dieses Tages nicht selbstverschuldet ist. Eine Frage tauchte auf: Wo wird an diesem Tag ein ruhiger Raum sein, der Aufnahmen ohne Hintergeräusche ermöglicht? Mit dem digitalen Aufnahmegerät der Schule habe ich mich heute vertraut gemacht, da sollten keine Probleme entstehen. Also, weiter am Text arbeiten!

 

Freitag, 09. Oktober 2009:

Letzter Schultag, letztes Assembly vor den Herbstferien. Um auch inhaltlich die Religionsstunde zu rechtfertigen, die in dieser Wochenversammlung steckt, haben wir heute den interreligiösen Kalender angeregt. Die Idee dabei ist folgende: Wir haben verschiedene Religionen in den beiden Jahrgängen vertreten. Die drei sich von der Bibel ableitenden (Judentum, Christentum und Islam) sollen mit ihren Feiertagen vorgestellt werden. Schüler/innen erarbeiten eine kurze Vorstellung zum jeweiligen Festtag und stellen ihn in der WOche, in der er gefeiert wird, im Assembly vor. Ein kurzer Hinweis über Datum und Inhalt des Tages, soll die Woche über in den Jahrgängen aushängen. Ich glaube, die Idee ist wertvoll und kam gut an. Weitere vertretene Religionen stellen wir noch fest. Sie sollen nicht zu kurz kommen.

Song-Contest im JuKiB. Auf der Autobahnraststätte Rimberg (wir waren schon unterwegs nach Berlin) erreichte mich die erste SMS: "Unsere beiden Gruppen liegen liegen auf den Plätzen eins und zwei": Super, klasse, toll! Ganz aufgeregt fuhr ich weiter, bis sich das Handy wieder mit einer SMS meldete: "Deine Engel sind auf Platz eins!" Meine Engel? Klar: "Seven Angels for Geoerg" hatte sich doch eine Gruppe genannt. Ach, ist das alles aufwühlend, ganz aufgeregt fuhr ich die restliche Strecke nach Berlin, fand aber keine Ruhe und in einem Stau rief ich dann selbst an und erfuhr von der tollen Stimmung, von den begleitenden Eltern und Lehrkräften und von der sehr knappen Entscheidung. Stolz breitete sich in mir aus - was diese Kids alles hinbekommen! Wieviel packen sie einfach an und machen was draus!

 

Donnerstag, 08. Oktober 2009:

Eine Woche war das wieder, da kam ich einfach nicht zum Schreiben. Aber der Reihe nach. Montag um 12 Uhr nach Kaiserslautern düsen. Zum Besuch der AQS gehört ein Vorbereitungstag an der entsprechenden Schule. Als Azubi gehört die Teilnahme an einem solchen dazu: Gesamtkonferenz, Schulrundgang und Gespräch mit dem SEB. Für mich hochinteressant so ins "Innere" einer anderen Schule zu blicken, Eindrücke noch und noch, aber auch Kontakte und Teamerfahrung und...und...

Am Dienstag dann SEB an der eigenen Schule, erweitert um Vertreter des Jahrgang 5. Bei den vielen Themen wurde es 23 Uhr. Der Hausmeister meinte schon, wir wollten übernachten. Mittwoch, erster Tag der erlebnispädagogischen Fortbildung des Fünferteams. Abends Sitzung des Fördervereins mit Vortsandswahlen. Immer wieder schön zu erleben: Es gibt so viele Hände, Köpfe und Herzen, die die Schule unterstützen. Merci!

Heute nun selbst vier Stunden Vertretung bei den Konrad Korkens. Ein besonderer Eindruck in der 5a: Was können die schon alleine selbstständig arbeiten und wie gut klappte die Gruppenarbeit gestern in Musik. Das wollte ich doch gleich festhalten und lud Bilder unter den News hoch.

Und morgen nun ist der erste Abschnitt mit zwei Jahrgängen schon gemeistert, es beginnen die Herbstferien. Wenn ich auf diese Etappe zurückblicke, sehe ich wieder zuhauf Eindrücke, verarbeitete und noch herumgeisternde, aber wieder haben wir immens viel geschafft. Auch wenn, wie soll es anders sein, noch nicht alles rund läuft. Wir sehen, wo es hakt, können eingreifen und verbessern. Manchmal erschreckt mich der Blick auf ältere Schulen und ich denke, was da alles läuft. Aber wir stehen immer noch am Anfang und müssen uns die Zeit zur Entwicklung einräumen. Wir sind immerhin mit "geduldigem Biss" bei der Sache. An Engagement, Interesse und Innovation fehlt es uns jedenfalls nicht. Also, lasst uns diese erste Ernte wie die Wingert-Traktoren, die gerade traubenvoll unterwegs sind, einfahren und zur Gärung bringen. Dann wird's auch für die Schule ein guter Jahrgang.

P.S. Ihr drei Rap-Gruppen: Ich wünsche euch morgen beim Wettbewerb im Jukib viel Erfolg!

 

Freitag, 02. Oktober 2009:

Am Mittwoch hatte ich die letzten 50 Hocker geholt, jetzt sind sie komplett und ich war gespannt, wie sie sich im Assembly auswirken. Da sie weniger Raum einnehmen als Stühle, gewann ich den Eindruck: Ja, so können wir es weitermachen, das passt. Seit dem Schuljahresanfangsgottesdienst hatte ich probiert, zu Beginn einfach ruhig Gitarre zu spielen. Und siehe da: die 224 Kinder werden ruhig, nicht direkt, aber innerhalb einer kurzen Zeit. Das ist ein stimmungsvoller, fast meditativer Anfang, ohne dass von Lehrerseite ein EIngreifen notwendig ist. Wenwir das weiterentwickeln können, bekommen die Kinder zusätzlich zu allem Positiven Erfahrung und Gespür, Wertschätzung und Selbstregulierung so nebenbei vermittelt. Das gefällt mir gut.

Es läuft gerade bei uns nicht alles so rund wie gewünscht, hie und da tauchen Kritikpunkte auf. Da müssen wir ran und schauen, wie es besser laufen kann. Auf der anderen Seite waren wir heute bei einer Besprechung von Schulleitern und dieser Blick über den eigenen Tellerrand lässt mich guten Gewissens und wohligen Gefühls zu uns zurückkehren.

 

Dienstag, 29. September 2009:

Was habe ich von heute im Kopf behalten? Zwei irre Typen von der Gesellschaft für Konfliktmanagement, die mit dem regionalen Aktionplan "Vielfalt tut gut" des Landkreises eine AG mit Coolnesstraining bei uns anbieten, stellten sich und ihe Arbeit dem Sechserteam vor. Durchtrainiert, tätowiert und mit coolen Sprüchen - da kannst du als 53-jähriger Schulleiter mit Schwimmring nicht mithalten. Könnte mir vorstellen, dass sie gut bei uns ankommen.

 

Freitag, 25. September 2009:

20 Jahre UNESCO Kinderrechte - natürlich ein besonderer Anlass, auch für Schulen, denn da häufen sich ja die Kinder und die sollen über ihre Rechte Bescheid wissen. Wenn dann das JuKiB in Bad Dürkheim noch eine Aktion in Schulen startet, ist die Zustimmung ja keine Frage. So kam Hosni heute zu uns zu einem Schulhof-Pausen-Konzert. Und wieder "steppte der Bär". Einen Verantwortlichen suchend, tauchte Hosni plötzlich im Assembly auf und 230 Kinder skandierten: "Hosni! Hosni!" Dieses Gänsehautgefühl übertrug sich sogar auf das im Auto vor der Schule wartende WDR-Fersehteam, sie fragten mich hinterher: "Was war denn da los? War ja irre!" Unseren guten Ruf nutzend, drehte ein Team der Kindernachrichtensendeung "Neuneinhalb" den Auftritt von Hosni bei uns und nahm noch einige Minuten Arbeitsatmosphäre aus einer Schülergruppe mit, die an ihrem Rap für den Song-Wettberwerb des JuKiB arbeitete. Wahrscheinlich war dies die abenteuerlichste, coolste, aufregendste Pause, die unsere Kids bisher erlebten. Tolle Stimmung! Grenzwertig war nur das Gedränge bei der sich anschließenden Autogrammstunde. Aber - Stoßgebete kommen schon mal an - keiner wurde zerdrückt, niemand verletzt, wenn es auch ein paar Tränen gab. Zum Glück kommt Tokyo Hotel nicht her, nur das wäre eine Steigerung, aber die hätten ja sicher ihre Bodyguards dabei. Jedenfalls, das  wird bleiben, bei unseren Schutzbefohlenen sind die UNESCO-Kinderrechte mit dieser (natürlich verlängerten) Pause wohl nachhaltig positiv besetzt.

 

Donnerstag, 24. September 2009:

Verschollen? Abgetaucht? Einfach weg? Nein, nur Dienst am anderen Ort und abends zu müde. Aber der Reihe nach. Letzten Samstag nahm ich als Referent an einer Tagung zum Thema "Schüler-Lehrer-Eltern-Gespräche" am IfB in Speyer teil. Auf der einen Seite natürlich anstrengend, weil der freie Samstag auch ausgefüllt war, auf der anderen Seite aber auch beglückend. An unserer Schule sind diese flächendeckenden Gespräche zwar noch nicht umgesetzt, aber es ist immer wieder erstaunlich, was Menschen anderer Schulen erzählen von der Atmosphäre zwischen Schule und Eltern, vom Umgang mit Eltern und Schülern. Von "Abblocken", von "nicht wertschätzen", von nicht vorhandener Zusammenarbeit und anderem mehr ist da die Rede. Bin ich betriebsblind, wenn ich nach Hause fahre und denke: Na, ein Stück weit unterscheiden wir uns da schon? Jedenfalls kann ich unsere Eltern nur loben, die den offenen Beginn täglich ermöglichen, die Lernzeiten und AGs im Ganztagesbetrieb anbieten, die sich die Zeit nehmen, in einer Konzeptgruppe mitzuarbeiten, die die Schule unentwegt in einem Förderverein unterstützen. Es bleibt dennoch abzuwarten, wie bei solchen und ähnlichen Veranstaltungen in zehn Jahren von uns geredet wird.

Montag, Dienstag dann Fortbildung bei der "Agentur für Qualitätssicherung" (AQS) in Bad Kreuznach. Mit gemischten Gefühlen fuhr ich hin, kenne ich doch seit Jahren die Vorbehalte, die gegen diese Institution vorgebacht werden. All zu viele Schulen fühlten sich auf den Schlips getreten, kontrolliert, verunsichert und zu Unrecht überprüft. Nach zwei Tagen Schulung zum Ko-Referenten, drei weitere werden noch folgen, sind die gemischten Gefühle einer Gewissheit gewichen. Was dort in jahrelangerer Anstrengung erarbeitet, zusammen getragen, wissenschaftlich begleitet, eingeübt und ausgeweitet wurde, verdient unbedingt das Prädikat wertvoll. Man stelle sich das Anliegen vor: 1 600 Schulen im Lande sollen erfahren, was sie gut machen und wo es Verbesserungen geben kann oder sollte. Nicht, um eine Liste der besten Schulen in Rheinland-Pfalz zu veröffentlichen, die sich selbstgewiss auf die Schulter klopfen können, während die anderen das Nachsehen haben, sondern um allen eine professionelle Aussage über die Qualität der eigenen Schule zu geben. Dazu bedarf es einer genauen Methode und eines für alle gleichen Rahmens. Der wurde geschaffen und veröffentlicht, ist allen zugänglich gemacht worden und nennt sich Orientierungsrahmen Schulqualität. Was ich dort bisher gelesen habe, ist eine der fundiertesten Sammlungen von Aussagen über Schule, bei den äußeren Bedingungen angefangen, über das Zusammenarbeiten der verschiedenen Gruppen und das Miteinander von Schulleitung und Kollegium bis hin natürlich zum Unterricht selbst. Als Ganzes gesehen kaum in einer einzigen Super-Schule umzusetzen, da wird es immer auch Bereiche geben müssen, die nicht optimal umgesetzt sind, aber eben als Orientierung auf was es alles ankommt. Das daraus entwickelte Verfahren, um Schulen mit dem Orientierungsrahmen von außen zu vergleichen, nicht Schulen miteinander, erscheint mir ausgeklügelt, offen, fair und ergebnisorientiert.

Warum schreibe ich das hier? Zunächst mal als nachträgliche Reflexion für mich selbst und dann natürlich, weil auch wir unter den 1 600 Schulen sind, die extern evaluiert werden, als Schule im Aufbau nicht morgen oder übermorgen, aber in angemessener Zeit. Und gerade in der Entwicklung einer Schule ist der Orientierungsrahmen doch Gold wert, denn wir müssen nicht ein eingefahrenes System erneuern, sondern können es Stück für Stück von vorneherein mit Qualität aufbauen - eine Riesenchance. Ich jedenfalls will sie nutzen.

Noch ein Grund für die Pause: Wir haben jetzt die Nachricht auch offiziell. Die IGS Deidesheim/Wachenheim hat beim media literacy award, einem schulischen Wettbewerb, der vom österreichischen Bundesministerium europaweit ausgeschrieben wird, in der Sparte Medienbildung den Hauptpreis erhalten. Ein Ereignis! Vor allem, weil wir uns nicht auf diese Wettbewerbe hin ausrichten und nach Preisen strebend arbeiten, sondern weil wir einfach nur wieder unsere sowieso stattgefundene Arbeit einreichten, dieses Mal den Thementag zu den Medien im letzten Schuljahr. Kann doch freudig stimmen, wenn unsere "ganz alltägliche Arbeit" so eingestuft wird, oder?

 

Dienstag, 15. September 2009:

Noch'n Stück Schulgeschichte? Heute tagte zum ersten Mal die neue Konzeptgruppe. Der Termin war schlecht kommuniziert und Krankheiten dezimierte die Zahl zusätzlich, deswegen konnte es auch nur ein erstes Treffen sein, bei dem wir uns dem Thema Äußere Fachleistungsdifferenzierung genähert haben. Da gibt es noch viel zu tun, aber immerhin haben wir beschmlossen ins Land auszuströmen und uns verschiedene Differenzierungsformen an anderen IGSen anzuschauen. Ich fühlte mich so richtig wohl, als ich die Eltern kommen sah. Macht diese Gruppe doch ernst mit dem Ansinnen, die Eltern noch stärker in den Aufbau unserer Schule einzubeziehen. Fast empfand ich ein wenig Stolz, nach meinen 11 Jahren Konzeptgruppe in Mutterstadt nun eine "eigene" auf die Beine gebracht zu haben und gleich beim ersten Mal konnten wir eine gute Atmosphäre der Wertschätzung schaffen. Im Gespräch und bei der Diskussion gab es keine Unterschiede zwischen Lehrkräften und Eltern, das war ein Kreis konzeptionell das Beste wollender Menschen.

 

Montag, 14. September 2009:

Die Woche begann doch mit etwas größeren Löchern als gedacht: mehr als 15 Schüler/innen und drei Lehrkräfte schlugen sich mit ihrem Verdauungsapparat herum, weil der irgendwie wenig bei sich behalten wollte. Gute Besserung!

 

Samstag, 12. September 2009:

Da hat sich doch tatsächlich ein Magen-Darm-Virus aus Thüringen in die Pfalz eingeschmuggelt! Das ist zwar der erste Satz heute, aber bei den vielen positiven Neuigkeiten der Klassenfahrt, die die IGS-Truppe mitgebracht hat, ist das ja nur als merginal zu bezeichnen. Soviel habe ich heute gehört, dass ich nur froh gestimmt sein kann. Klar, es gibt auf jeder Klassenfahrt mal Reibereien, logisch gibt es Kinder, die ihr Zuhause vermissen und manche Träne fließt vor Heimweh die Wangen entlang. Aber die Erlebnisse der anderen Art werden bleiben, dessen bin mir sicher. Und was die Schule angeht, wird diese Fahrt in einigen Jahren vielleicht als der Grundstein einer lebendigen Schulpartnerschaft erinnert werden. Gerade dieser Punkt stand in mancher Erzählung im Vordergrund. Und was ich aus dem Kollegium der IGS Grete Unrein in Jena gehört und auch gelesen habe, klingt so gut, dass ich optimistisch bis euphorisch gestimmt bin. Erste Überlegungen zum Gegenbesuch, Einladung zum thüringischen Gesamtschultag, konzeptionelle Anregungen, persönliche Kontakte und Interesse auf Seiten der Schüler beider Schulen - fast ist das ja schon zuviel für den Anfang. Klasse! Danke also allen, die sich in dieses Unternehmen eingebracht haben. Und nun noch einen erholsamen Sonntag, zum Teil hoffentlich auch einen genesenden.

 

Donnerstag, 10. September 2009:

Weitere Bilder aus dem Saale-Hoözland-Kreis sind angekommen. Auch unkommentiert sehe ich darauf neben den Programmpunkten fröhlich lachende Kinder. Das beruhigt die zu Hause Gebliebenen. Morgen dann werden dann alle hoffentlich heil wieder pfälzische Gefilde unter den Füßen haben und meine Anspannung sich lockern. Ich spüre diese erste Fahrt als Schulleiter gewichtiger auf den Schultern als alle bisherigen. Lag als Tutor und auch als Stufenleiter zwar Verantwortung vor, doch für die letztendliche war immer noch einer da. Also, ihr Lieben, kommt mir gesund zurück!

Die Planungsgruppen der im nächsten Jahr startenden Gesamtschulen tagen diese Woche zur Vorbereitung in Speyer. Heute standen Fragen und Erfahrungen an ehemalige Planungsgruppen auf dem Programm. Zu zweit rückten wir als "neu-alte" Schulleitungen an und wurden mit Fragen zum Start einer IGS gelöchert. Ach, bin ich froh, das alles hinter uns zu haben, wie gut, all diese Unsicherheiten und Bangigkeiten zwar auch durchlaufen, aber inzwischen hinter uns zu haben, wie weit liegt das gefühlsmäßig schon zurück. Und es ermöglichte einen weiteren Blick auf den bisherigen Weg aus nochmals ganz anderer Perspektive. Glück und Zufriedenheit stellten sich dabei ein. Macht euch einfach auf den Weg, ihr Neuen, habt immer mehr den Hans im Glück im Blick und nicht Kassandra. Dennoch habe ich die Möglichkeit, den Weg zur IGS noch mal mit etwas mehr Distanz  erleben können. Alle Planungsgruppen bekommen von bestehenden IGSen einen so ganannten  Paten zur Beratung an die Seite, so dass ich der kommenden IGS Grünstadt unsere Erfahrungen immer wieder bereitstellen kann. Das macht sich gut, werden wir mit ihnen als Nachbarschule im Landkreis in verschiedenen Bereichen eh zusammenarbeiten. Da macht sich ein Kontakt von Anfang an bestens.

Da gab es noch einen Anruf von Hosni. Er wird in die Schule kommen und im Rahmen eines Projektes für unsere Schüler auftreten. War da nicht etwas von einem guten Stern? In der Warteschlange fürs Mittagessen sagte eines der Planungsgruppenmitglieder: "Einen Satz von Ihnen habe ich mir notiert: Gute Ideen und die Pädagogik liegen doch auf der Straße. Wir müssen sie nur aufgreifen." Eben, und mit etwas Glück kommt ganz viel ins Laufen.

Ihr da in Eisenberg: Schlaft ein letztes Mal gut in den fremden Betten, morgen liegen eure Häupter wieder in gewohnten Kissen.

 

Mittwoch, 09. September 2009:

Was sind das für moderne Zeiten! Wir waren früher nach Fahrten gespannt, wer nach einigen Tagen gespannt, wer die ersten Fotos bringt. Heute erreichten uns Fotos von der Klassenfahrt und die Kinder sind noch unterwegs. Ebenfalls gibt es von "unterwegs" ein Tagebuch, in dem EIndrücke vom Tag zu lesen sind. Möglich machte das eine Kollegin aus der IGS Grete Unrein und ihre Zeit am PC. Dank nach Jena! Der gute Stern über uns scheint nicht zu verblassen. Alles, was ich von der Fahrt höre, ist inzwischen positiv. Der Besuch in Jena war erfolgreich, unser Besuch dort findet sich schon auf deren Homepage und in unserem Gästebuch, eine Schulpartnerschaft greifbar nahe.

 

Dienstag, 08. September 2009:

Spärliche Nachrichten aus Thüringen, die Handys sind oft nicht erreichbar. Funkloch? Aber das "Tal der Ahnungslosen lag zu DDR-Zeiten doch um Dresden herum? Immerhin, diese Nachrichtensplitter kamen durch: Die Fahrt verlief gut, alle sind heil angekommen, gegessen wird in Etappen, die erste Nacht war lang und durchaus nicht ruhig, die Betten sollen "haarig" (?) sein. Das sagt für mich aus, dass es sich um eine ganz normale Klassenfahrt handelt.

Das Schwimmbad liegt außerhalb des Funkloches, so dass ich heute Mittag zwei Kontakte erfolgreich versucht habe und nun Informationen aus erster Hand habe. Ja, die Jugendherberge liegt so ungünstig, dass kein Handy-Kontakt möglich ist, auch von einem nahe gelegenen Hügel nicht. Keine beonderen Vorkomnisse, die JH sei einfach aber akzeptabel. Also nach meinen Kenntnissen alles im grünen Bereich. Besuch aus der IGS Grete Unrein in Jena war schon da, morgen fähr ein Teil von uns zum Besuch dorthin. Es wäre eine tolle Sache, wenn eine Schulpartnerschaft zustande käme. Macht was draus.

 

Montag, 07. September 2009:

Komme eben von draußen rein. Das gabs ja noch nie: Ein Jahrgang verabschiedet sich auf eine fünftägige Klassenfahrt und ich als Schulleiter bleibe mit den Eltern auf dem Parkplatz zurück. So ist das eben. Drei Busse sind nun auf dem Weg nach Eisenberg in Thüringen, unterwegs werden sie die Grenzanlagen am "Point alpha" besichtigen, morgen dann Besuch der IGS Grete Unrein in Jena und vieles mehr. Neidisch war ich schon! Hoffentlich geht alles gut und hoffentlich entsteht bei den Kindern nicht zuviel Heimweh. Zwei Schüler sagten heute Morgen noch ab!

Abends: Heute Mittag die erste Sitzung des Schulträgerausschusses im Sitzungssaal des Kreises. Ich kann noch gut erinnern, wie ich letztes Jahr um diese Zeit zum ersten Mal dort war und mich sehr fremd fühlte. Heute wurde ich öfter mit Handschlag und Worten begrüßt wie: "Und, was macht die IGS?", oder: "Ihr macht ja gerade so weiter, wie ihr aufgehört habt.Prima!"

 

Freitag, 04. September 2009:

Erstes Assembly mit beiden Jahrgängen - es war faszinierend! Zum einen durften wir erneut erleben, was unsere Sechstklässler im letzten Jahr gerade durch das wöchentliche Versammlung alles in sich aufgesogen haben. So einmalig es in der Schullandschaft anscheinend ist, so selbstverständlich ist es für sie geworden. Und die neuen Fünfer nehmen dies so mit, wie es ist. Das Ruhezeichen funktionierte, der Trixi Traube Jahrgang sah Bilder von der Rucksackaktion und wir stellten die Dankesurkunde vor, die wir erhalten haben. Der neue Jahrgang Konrad Korken bereicherte in ungeahntem Maße die ganze Versammlung. Den Kanon "Jeder kann was prima machen" haben wir im letzten Jahr oft und immer wieder gesungen. In der Musikstunde in der 5b vorgestern ereignete sich nun folgendes: Wie bisher alle Klassen trommelten sie irgendwann den Rhythmus von "We wil rock you", der jungen Generation eher durch eine Baumarktwerbung bekannt, und wie immer hatte ich Mühe, das Ganze zu stoppen, bevor die Tische zu Bruch gehen. Und da rief ein Schüler: "Das passt ja zum Kanon!" Und tatsächlich: In etwas schnellerem Tempo kann man dieses Bumm-bumm-krach dem Schullied unterlegen. Ich erzählte dies im Assembly und wir sangen den Kanon: erst alle, dann in Gruppen und dann mit Klattschen. Wahnsinn! Das kannst du nicht planen, wieder einmal "geschah es" einfach. Staunend stand ich vis a vis. Wie lange haben wir überlegt: Wie können wir diese Wochenversammlung in den zweiten Jahrgang mit hinüber nehmen? Welcher Raum ist groß genug? Wie können alle sitzen? Wird es gelingen, die Stimmung, die Atmosphäre und das Gänsehautgefühl zu erhalten? Und gleich beim ersten Mal befruchten sich die Jahrgänge gegenseitig. Nie hatte der Kanon soviel Drive, soviel Druck und soviel Rückhalt. Es ist das alte Lied, aber die Fünfer haben es neu erfunden, für alle und zwei Jahrgänge stimmen begeistert ein, ohne Probe, spontan und aus dem Bauch heraus. Und nebenbei entsteht Zusammengehörigkeit, eine Gemeinschaft, eine Schule,  Einfach nur schön und ein Traum, wie die Schülerschaft unsere Schule mit lebt, mit gestaltet, mit entwirft. 45 Minuten heute und das Assembly ist in beiden Jahrgängen angekommen. Alles Zögern am Anfang, alles Nachdenken das Jahr über, alles Skeptische in den Ferien - einfach weggesungen und rausgeklatscht.

 

Donnerstag, 03. September 2009:

Es spricht doch eindeutig für das Team Konrad Korken, dass die Idee nach drei Tagen Fortbildung und EInführung in unsere Schule noch etwas mehr in Richtung  Teambildung getan werden müsste. Kurz und gut, von der Idee zur Planung fortgeschritten: Heute war der Elebnispädagoge Rüdiger Gielsdorf im Team, um Teamtage zu besprechen. Aus meiner alten Schule kenne ich den Namen und die nachhaltige Wirkung, mit der eine selbige Fortbildung noch Jahre später durch die Flure und Teamräume huschte. Anschließend haben wir zu dritt noch überlget, welche Perspektiven die Erlebnispädagogik in eine Ganztagsschule einbringen kann. Gute Idee, Inspirationen und Aspekte warten nun auf die Umsetzung. Wieder waren es kleine Anlässe, Bedürfnisse und Anstöße, die uns weiterbringen auf dem Weg. In ein paar Jahren werden wir sehen, ob es Rollbänder oder Strohfeuer waren.

 

Mittwoch, 02. September 2009:

Erste Sitzung des Schulelternbeirates im neuen Schuljahr, schon wieder so viele neue Punkte und namentliche Vorstellung des Kollegiums. Zum ersten Mal hatte ich alle in den zwei Jahrgängen wirkenden Menschen aufgeslistet...eine tolle Truppe und vielfältig ist sie geworden mit den Förderkräften, den Integrationshelfern, da bekomme ich richtig Lust auf das neue Schuljahr. Mit so vielen Engagierten müsste doch die Schule weiter an Qualität gewinnen. Zuerst dachten wir, dass dies die letzte Sitzung in dieser vertrauten Runde ist, doch der SEB ist zwei Jahre im Amt, unabhängig von der wachsenden Größe der Schule. Um nicht nur im eigenen Teller zu löffeln, kam die Idee auf, die noch zu wählenden Klassenelternsprecher des fünften Jahrgangs als kooptierte Mitglieder ins Boot zu holen. Der SEB vertritt ja die ganze Elternschaft, da sollte nicht wegen Wahlvorschriften ein ganzer Jahrgang außen vor bleiben.